Sa / So, 15. + 16. Januar 2011
im Gemeindesaal in Bonstetten
Samstag, 15. Januar 2011, 20.00 Uhr (Türöffnung: 18.45 Uhr)
• Aperitif und Essen ab 18.45 Uhr
• Tombola-Lose à 1 Franken in der Pause
• Kuchenbuffet
• Tanz bis 02.00 Uhr mit dem Duo Galaxis und Barbetrieb
• Eintritt Fr. 16.-
Sonntag, 16. Januar 2011, 14.00 Uhr (Türöffnung: 13.15 Uhr)
• Kuchenbuffet
• Tombola-Lose à 50 Rappen in der Pause
• Eintritt Fr. 10.-
Fotos

Konzertprogramm Leitung: Ruedi Marty
Jugendensemble der Musikschule Knonaueramt
| • Kleiner Zinnsoldat |
| • Junioren-Walzer |
| • Let's Twist Again |

Orchester
| • Accordion-Festival |
| • Champs-Elysees |
| • Adios Noniño |

Ensemble
• El Bergante |
| • Collaboration |

Orchester
| • Rosanna |
| • The Bee Gees |
| • Dankeschön, auf Wiederseh'n |

Zeitungsartikel vom 11. Januar 2011 
(Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern)
Unterhaltung wird gross geschrieben

AOBA konzertiert in Bonstetten

Das Akkordeon-Orchester Bezirk Affoltern setzt am Jahreskonzert auf Ohrwürmer. Das hat gleich mehrere Gründe.
Die Bee Gees haben Popgeschichte geschrieben. Ihr Filmmusik zum Disco-Klassiker «Saturday Night Fever» ist der am zweitmeisten verkaufte Soundtrack. Die Hits aus diesem Film wie «Stayin’ Alive», «Night Fever» und «How Deep Is Your Love» sind unter der Leitung von Ruedi Marty am Jahreskonzert des Akkordeon-Orchesters Bezirk Affoltern im Gemeindesaal Bonstetten zu hören. Und das Orchester gibt noch andere Ohrwürmer zum Besten. Im Medley «Dankeschön, auf Wiederseh’n» sind ebenfalls bekannte Melodien zu hören. Bekannt sind regelmässigen Konzertbesuchern sicher auch die Stücke Collaboration von Wolfgang Russ und Rosanna, der Welthit von Toto. Beide Kompositionen hat das AOBA bereits an einem Jahreskonzert gespielt. Dass die beiden Stücke nochmals auf dem Programm stehen, hat mehrere Gründe. Einerseits sind beide hervorragende Kompositionen, andererseits hegt das Orchester Pläne für eine neue CD, die voll auf Unterhaltungsmusik setzt. Und da dürfen diese beiden Stücke nicht fehlen.
Tango von Piazzolla
Bevor die Ohrwürmer zu hören sind, setzt das AOBA in der ersten Konzerthälfte auf ein konzertantes Programm. Das Orchester spielt «Accordion Festival» von Renato Bui, «Champs-Elysees» von Pierre Devevey und «Adios Noniño» von Astor Piazzolla. Vor allem die letzte Komposition wird bei Fans des argentinischen Tangos Vorfreude wecken. Mit «Adios Noniño» hat Piazzolla seinem verstorbenen Vater ein musikalisches Denkmal gesetzt und einen Hörgenuss geschaffen.
Eröffnet wird das Konzert wie immer vom Ensemble der Musikschule Knonaueramt. Unter der Leitung von Michèle Weiss spielen sie die Stücke «Kleiner Zinnsoldat», den «Junioren-Walzer» und «Let’s Twist Again».
Vor dem Konzert ein Cüpli
Nicht nur musikalisch ist das Jahreskonzert des Akkordeon-Orchesters Bezirk Affoltern ein Genuss. Auch das kulinarische Angebot und das Unterhaltungsprogramm lohnen einen Besuch. Am Samstag, 15. Januar, werden die Türen des Gemeindesaals Bonstetten bereits um 18.45 geöffnet. Im Foyer können Gäste bis zum Konzertbeginn um 20 Uhr an der Cüpli-Bar einen Aperitif oder im Saal eines der mehreren Menus geniessen. Für Spannung sorgt die Tombola mit reichhaltigen Preisen. Nach dem Konzert spielt das Duo Galaxis bis morgens um 2 Uhr zum Tanz auf. Am Sonntag, 16. Januar, ist die Türöffnung um 13.15 Uhr. Das Konzert beginnt um 14 Uhr. Auch am zweiten Konzerttag wird eine Tombola durchgeführt. Zudem steht an beiden Tagen ein grosses Torten- und Küchenbuffet für die hungrigen Konzertgäste bereit.

Zeitungsartikel vom 21. Januar 2011 
(Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern)
Ein Fest der Musikalität

Im sehr gut gefüllten Gemeindesaal Bonstetten gab das Akkordeon-Orchester Bezirk Affoltern (AOBA) am letzten Samstag sein Jahreskonzert. Es war eine eindrückliche Demonstration musikalischer Reife – Genuss pur.
Dass das AOBA in seinem Genre landesweit zur absoluten Spitze zählt, weiss man schon länger. Was aber immer wieder beeindruckt, ist, dass es offenbar möglich ist, auch auf diesem Niveau noch weiter zu wachsen. Nicht in Bezug auf Technik und Virtuosität (die war schon lange da), aber im Hinblick auf eine musikalische Reife, die manchmal fast vergessen lässt, dass es sich bei den Spielerinnen und Spielern grossmehrheitlich um lupenreine Amateure handelt. Zum Einsatz kamen drei Formationen: Der Nachwuchs, das Gesamtorchester und eine etwas verkleinerte „Auswahl“ des Orchesters. Etwas vereinfacht könnte man sagen: Der Nachwuchs „fürs Gemüt“, das Hauptorchester für den gehobenen Musikgenuss und das kleinere „Ensemble“ für die absoluten „Freaks“ unter den Gästen. Aber alle drei mit einem gemeinsamen Nenner: Einer Musikalität, die das Publikum beglückt und Experten wie Laien gleichermassen beeindruckt.
Wie es der Tradition entspricht, wurde auch dieser Konzertabend von der Nachwuchsformation, dem sogenannten „Ensemble der Musikschule Knonauer Amt“ unter der Leitung von Michèle Weiss eröffnet. Geschickt wurde bereits hier die Literaturwahl so getroffen, dass die Spielenden technisch zwar gefordert, aber nicht überfordert wurden und neben der Konzentration auf die notengerechte Meisterung der Kompositionen noch genügend „Reserve“ für die Belange der musikalischen Gestaltung blieb. Hier wird mit viel Hingabe der Grundstein gelegt für weitere musikalische Entwicklung der jugendlichen Musikerinnen und Musiker. Und man darf feststellen: Es wächst „gutes Holz“ nach.
Orchester in Hochform
Mit dem seinerzeit als Wettstück komponierten „Accordion Festival“ von Renato Bui deutete das Gesamtorchester unter der Leitung von Ruedi Marty ein erstes Mal seine Hochform an. Man hatte nie den Eindruck, dass hier ein Dirigent „versucht, sein Orchester heil über alle Klippen der gewählten Komposition zu leiten“. Beim Schreibenden entwickelte sich viel mehr ein Bild von „Ernte dessen, was in jahrelanger, passionierter Arbeit herangewachsen ist“. Oder besser gesagt heranwachsen kann, wenn man nicht nonchalant oder überheblich wird, sondern stets daran glaubt, dass die Grenze nie erreicht und Weiterentwicklung immer noch möglich ist.
Ein kompositorisches Glanzstück brachte das Orchester mit dem Werk „Champs-Elysees“ von Pierre Devevey (arr. René Joly) zur Aufführung. Das gegensätzliche an Paris – gleichzeitig pulsierende Weltstadt und romantisierte „Hauptstadt der Liebe“ – wird herausgearbeitet mit pulsierenden, häufig wechselnden und oft ungewohnten Rhythmen und Taktarten, überlagert von romantischen Melodien, gelegentlich unterbrochen von synkopischen Kadenzen. Es gelang dem Orchester vorzüglich, die Präsenz aufrecht zu erhalten und die vom Komponisten offensichtlich gewollten, grossen Spannungsbögen sauber durchzugestalten. Grosses Verdienst kam dabei dem Schlagwerk zu: Immer präsent, aber nie dominierend, auch in schwierigen Passagen jeder Hektik und Effekthascherei abhold, war es während des ganzen Abends genau das, was es sein soll: Nie als „Hauptdarsteller“ in den Vordergrund drängend, aber stets als „Tüpfchen auf dem i“ unverzichtbarer Beitrag zum Gelingen des Ganzen.
Zu einem absoluten Höhepunkt des Konzertes wurde „Adios noniño“ von Astor Piazzolla. Der grosse Interpret und Komponist, dessen Verdienst es ist, den argentinischen Tango als klassisches Musikgenre etabliert zu haben, hat zum Tod seines Vaters seiner grossartigen Gestaltungskraft in einem Tango von epischem Ausdruck Gestalt verliehen. Hier zeigte sich am eindrücklichsten, wie reif das AOBA geworden ist: Technischer Höchstschwierigkeitsgrad wird so spielerisch beherrscht, dass dem Dirigenten musikalischer Gestaltungsspielraum bleibt und es dem Orchester möglich ist, auf dessen Intuitionen einzugehen.
Virtuoses Ensemble
Noch einmal „einen draufsetzen“ bezüglich Virtuosität war offenbar die Zielsetzung des Ensembles. Mit den beiden Stücken „El Bergante“, einer Eigenkomposition von Ruedi Marty und „Collaboration“ von Wolfgang Russ gelang dies in bestechender Weise. Hervorzuheben sind die von Olivier Mangili auf dem Elektropiano gestalteten, zahlreichen langen Kadenzen in „Collaboration“, die sich nahtlos in den Eindruck des ganzen Abends einfügten: Auch hier waren die hohen technischen Schwierigkeiten „kein Thema“, es wurden nicht „mit Kopf und Fingern Noten richtig gespielt“, sondern mit Herz und Seele die künstlerische Idee des Komponisten virtuos umgesetzt.
Schliesslich kam nochmals das Gesamtorchester mit drei Stücken (und zwei Zugaben) zum Zug. Hier demonstrierte Ruedi Marty mit seinem Orchester, dass auch Unterhaltungsmusik nicht einfach „als Konzertfüller heruntergespielt“ werden muss, sondern durchaus zum Genuss des Publikums und heiteren Ausklang eines eindrücklichen Konzertabends gestaltet werden kann.
Der Rahmen stimmte
Natürlich war an diesem Abend die Musik das Wichtigste. Umso wohltuender, dass auch der Rahmen den guten Gesamteindruck nicht trübte: Organisation, Verpflegung und Tranksame sowie die schöne Tombola waren gelungenes Pendant zum Niveau des Konzertes, ebenso wie die charmante und informative Moderation des Abends durch Sandra Kieferle und die einladende und gepflegte Tanzmusik des Duos Galaxis.
AOBA-Präsident Urs Schneebeli, der unter den Gästen speziell den Präsidenten des Zürcher kantonalen Akkordeon-Verbandes, Bruno Sommer (Dinhard), sowie als Delegierten der Gemeinde Affoltern a.A. Gemeinderat Clemens Grötsch begrüsste und auch zahlreiche Vereinsdelegationen willkommen heissen durfte, hatte jedenfalls allen Grund zu strahlen und allen irgendwie Beteiligten für ihren Einsatz herzlich zu danken.
(yk.)

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